Die meisten Menschen glauben, dass Muskelkrämpfe ein Zeichen für Dehydrierung oder einen Mangel an Elektrolyten sind. Sie schnappen sich ihre Gatorade oder naschen eine Banane und hoffen, dass der Schmerz verschwindet. Aber wenn Sie nach ein paar Kilometern einen Wadenkrampf bekommen, behandeln Sie möglicherweise das falsche Problem.
Es gibt überraschend wenig gute Forschung zu diesem Thema. Aufgrund dieser Lücke häufen sich Mythen darüber, warum die Beine verklemmen. Wir wissen, dass niedriger Blutzucker, extreme Hitze und Schweißverlust Krämpfe verursachen können. Bei normalen, durch körperliche Betätigung verursachten Krämpfen ist jedoch unklar, ob ein einzelner Faktor der Hauptverursacher ist.
Die derzeit führende Theorie stammt aus der sportwissenschaftlichen Literatur und stammt insbesondere aus dem Jahr 1797. Sie konzentriert sich nicht auf Chemikalien im Blut, sondern auf Mechanik und Müdigkeit.
Der Mechanismus des Krampfes
Skelettmuskelkrämpfe treten wahrscheinlich auf, wenn sich ein Muskel in einer verkürzten Position befindet und wiederholt stimuliert wird. Denken Sie an einen Wadenmuskel. Es verkürzt sich, wenn Ihr Zeh spitz ist.
Dies können Sie aktiv nachbilden, indem Sie auf den Zehenspitzen laufen. Oder machen Sie Zehenheben, ohne jemals die Ferse abzusenken, um den Muskel zu dehnen.
Was als nächstes passiert, ist mechanisch. Der Muskel ermüdet. Es verliert seine Fähigkeit, sich richtig zu entspannen.
Hier ist ein Reflexbogen beteiligt. Diese Schleife verbindet den Muskel, die Nerven, die Signale an das Zentralnervensystem (ZNS) senden, und die Nerven, die Signale zurück zum Muskel weiterleiten. Bei Ermüdung bleibt diese Schlaufe hängen. Es sendet weiterhin Kontraktionssignale aus, auch wenn Sie aufhören möchten.
Das Ergebnis ist eine anhaltende Kontraktion. Ein Krampf.
„Dehnen ist so ziemlich das Einzige, was dieses Reflexbogensignal unterbricht und den Krampf stoppt, wenn es um körperlich bedingte Fälle geht.“
Wie man den Kreislauf durchbricht
Wenn Sie mitten im Lauf sind und Ihr Bein blockiert, ist die Lösung überraschend einfach. Sie müssen das Signal mechanisch übersteuern.
Schnapp dir deinen Zeh. Ziehen Sie es in Richtung Ihres Schienbeins. Dehne die Wade.
Diese Aktion unterbricht den Reflexbogen. Die Kontraktion stoppt. Die Linderung ist sofort spürbar.
Aber hier ist der Haken. Der Muskel ist immer noch ermüdet. Die zugrunde liegende Müdigkeit bleibt bestehen. Sie können den Krampf problemlos erneut auslösen, bis der Muskel richtig Ruhe bekommt.
Dieser Vorgang findet am häufigsten in Muskeln statt, die zwei Gelenke kreuzen. Die Wade kreuzt sowohl das Knie als auch den Knöchel. Da es sich über zwei Punkte erstreckt, ist es einfach, den Muskel vollständig zu verkürzen und ihn angespannt zu halten. Ein Muskel, der nur ein Gelenk durchquert, weist nicht die gleiche Anfälligkeit auf.
Prävention und Realität
Zu wissen, wie Krämpfe wirken, hilft Ihnen, sie zu bewältigen. Wenn Sie hochintensive Zehenübungen durchführen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Ihre Waden auf ein Versagen vorbereitet sind. Die Verkürzungsposition gepaart mit Ermüdung ist das Rezept.
Durch Dehnen wird der unmittelbare Schmerz gestoppt. Ruhe behebt die Grundursache.
Andere Theorien gehen davon aus, dass Salzungleichgewichte oder kalte Temperaturen die Hauptprobleme sind. Diese Faktoren können selbständig zu Krämpfen führen. Aber für den durchschnittlichen Läufer oder Walker erklärt das mechanische Ermüdungsmodell den plötzlichen Stillstand besser als Dehydrierung allein.
Wenn Sie also das nächste Mal einen Wadenkrampf haben, trinken Sie nicht einfach nur Wasser. Dehnen Sie den Muskel. Lass es ruhen. Die Wissenschaft ist begrenzt, aber die Mechanik ist klar.













