Anpassungen des Reifendrucks können über Erfolg oder Misserfolg eines Sonntagsrennens entscheiden.
Bei NASCAR geht es nicht nur um Fahrer. Es geht um ein riesiges Ökosystem von Ingenieuren und Spezialisten, die jede Variable analysieren. Vom Luftwiderstand bis zum Kontakt des Gummis mit dem Asphalt wird nichts ignoriert. Reifen sind die kritischste Komponente. Eine schlechte Entscheidung hier bedeutet einen schlechten Tag. Das andere bedeutet eine Zielflagge.
Denken Sie an den Vorlauf zu einem Rennen der Sprint Cup Series. Es beginnt lange bevor die grüne Flagge fällt. Goodyear wählt die spezifischen Gummimischungen für jede Strecke auf der Grundlage historischer Daten und Tests aus. Sie raten nicht. Sie passen die Reifen an die Streckeneigenschaften an.
Nehmen Sie den Infineon Raceway und Watkins Glen. Bei beiden handelt es sich um Straßenkurse. Goodyear bringt bei beiden die gleiche Reifenspezifikation mit. Es ist logisch. Die Drehkräfte sind ähnlich. Die Verschleißmuster sind vorhersehbar.
Das Leasingprogramm und die Druckregeln
Teams kaufen keine Reifen. Sie verpachten sie.
Goodyear montiert und balanciert jeden Satz mit speziellen Maschinen. Die Teams holen sie im Rahmen eines strengen Leasingprogramms ab. Die Regeln variieren je nach Serie. Bei der Nationwide Series und der Craftsman Truck Series gibt es strenge Beschränkungen hinsichtlich der Anzahl der Reifensätze, die Sie verwenden können. Sprint-Cup? Keine Begrenzung.
Jedes Team beschäftigt einen engagierten Reifenspezialisten. Diese Person überwacht den Druck. Sie prüfen auf Verschleiß. Sie sind die Torwächter.
Sobald ein Team die Reifen in Besitz genommen hat, kann es diese nicht mehr verändern. Kein Schneiden. Keine Heizung. Keine Tricks. Sie können Reifen mit anderen Teams tauschen, die physische Integrität des Gummis muss jedoch unangetastet bleiben. Die einzige zulässige Einstellung ist der Luftdruck.
Warum ist Druck so wichtig? Es verändert das Fahrverhalten des Autos. Ein Unterschied von einem halben Pfund kann die Griffigkeit erheblich verändern. Am Renntag kann diese kleine Verschiebung darüber entscheiden, ob Sie um die Führung kämpfen oder im Stau stecken bleiben.
Qualifying: Der neue Reifenmythos
Die Übungsläufe finden am Freitag statt. Dann kommt das zwei Runden lange Qualifying.
Die allgemeine Meinung besagt, dass Autofahrer ihre schnellsten Rundenzeiten mit brandneuen Reifen fahren. Es macht Sinn. Frischer Gummi sorgt für maximalen Grip. Aber die Realität ist chaotischer.
Aufgrund des Reifenverschleißes schwanken die Rundenzeiten im Qualifying stark. Fahrer zählen in der Regel nur ihre erste Runde. Die zweite Runde ist oft langsamer. Warum? Der Reifen funktioniert bereits. Die Hitze baut sich auf. Das Griffprofil verändert sich.
Es gibt Ausnahmen. Daytona und Talladega. Bei diesen Superspeedways kommt es für die Geschwindigkeit nicht unbedingt auf die Reifenhaftung an. Sie verlassen sich auf die Ausarbeitung. Die Aero-Balance ist dort wichtiger als die Gummitemperatur.
Wenn etwas schief geht
Goodyear-Ingenieure überwachen alles. Sie messen die Reifentemperatur. Sie verfolgen die Verschleißraten. Sie geben Empfehlungen während der Praxis.
Manchmal sehen sie rote Fahnen.
Während des Allstate 400 2008 in Indianapolis bemerkten die Verantwortlichen von Goodyear, dass etwas nicht stimmte. Die Reifen waren nicht richtig abgenutzt. Zu viel Verschleiß bedeutete einen potenziellen Mangel. Also improvisierten sie. Sie brachten Reifen mit, die für Pocono in der folgenden Woche geplant waren. Sie retteten das Rennen, indem sie das Inventar der nächsten Veranstaltung ausschlachteten.
Wenn Goodyear nicht gefällt, was sie in der Praxis sehen, handeln sie. Sie könnten eine Druckänderung anordnen. Sie könnten NASCAR auf übermäßigen Verschleiß aufmerksam machen, der durch falschen Sturz verursacht wird.
Zu viel Sturz frisst die Innenschulter des Reifens. Dadurch entsteht eine Schwachstelle. Bei hohen Geschwindigkeiten verursacht diese Schwachstelle einen Reifenschaden. Und wir alle wissen, was als nächstes passiert.
Sobald die Teams eingewählt sind. Sobald Goodyear zufrieden ist. Die Motoren starten. Die Grenze nähert sich 200 Meilen pro Stunde. Die Strategie wird zur Ausführung.


















