Neue Forschungsergebnisse bestätigen einen starken Zusammenhang zwischen Muskelkraft und einem geringeren Typ-2-Diabetes-Risiko, selbst bei Personen, die genetisch für die Krankheit prädisponiert sind. Eine Studie mit über 140.000 britischen Erwachsenen zeigt, dass eine höhere Griffkraft – ein zuverlässiger Indikator für die Gesamtmuskelmasse – über einen Zeitraum von 7,4 Jahren mit einem 44 % geringeren relativen Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes verbunden ist. Dieses Ergebnis unterstreicht die entscheidende Rolle des Lebensstils bei der Minderung genetischer Risiken.
Das Studiendesign und die wichtigsten Ergebnisse
Die Forscher analysierten Daten der britischen Biobank und verfolgten Teilnehmer, die zu Beginn der Studie keinen Diabetes hatten. Sie nutzten die Griffkraft als Maß für die Muskelfunktion und bewerteten das genetische Risiko anhand von 138 bekannten Genvarianten, die mit Typ-2-Diabetes in Zusammenhang stehen. Die Ergebnisse waren eindeutig: Stärkere Personen zeigten unabhängig von ihrer genetischen Veranlagung ein wesentlich geringeres Risiko, an dieser Krankheit zu erkranken.
Am bemerkenswertesten ist, dass selbst Personen mit einem hohen genetischen Risiko eine Verringerung ihres absoluten Diabetesrisikos verzeichneten, wenn sie über mehr Muskelkraft verfügten. Dies deutet darauf hin, dass Lebensstilinterventionen – insbesondere der Muskelaufbau – angeborenen Schwachstellen sinnvoll entgegenwirken können.
Warum Muskeln für die Stoffwechselgesundheit wichtig sind
Muskelgewebe ist für den Glukosestoffwechsel von zentraler Bedeutung. Wenn Sie die Muskelmasse durch Krafttraining erhöhen, wird Ihr Körper bei der Aufnahme und Speicherung von Blutzucker effizienter und verbessert so die Insulinsensitivität. Dieser Prozess wird durch erhöhte GLUT4-Spiegel (ein Glukosetransporter) und eine verbesserte Mitochondrienfunktion in der Skelettmuskulatur vorangetrieben.
Umgekehrt verringert Muskelschwund diese Stoffwechselmaschinerie, was die Wahrscheinlichkeit einer Insulinresistenz und letztendlich von Typ-2-Diabetes erhöht. Aus diesem Grund wird der Erhalt oder die Steigerung der Muskelkraft mit zunehmendem Alter besonders wichtig, wenn sich der natürliche Muskelabbau beschleunigt.
Gene vs. Lebensstil: Eine differenzierte Beziehung
Während Gene beim Diabetesrisiko eine Rolle spielen, bestärkt diese Studie die Idee, dass sie nicht deterministisch sind. Personen mit einem hohen genetischen Risiko profitierten immer noch von einer höheren Muskelkraft, obwohl die Schutzwirkung im Vergleich zu Personen mit geringeren genetischen Veranlagungen etwas schwächer war. Allerdings hatten selbst Personen mit hohem Risiko und starken Muskeln ein geringeres absolutes 8-Jahres-Risiko, an Diabetes zu erkranken, als Personen mit niedrigem oder mittlerem Risiko und schwachen Muskeln.
Dies deutet darauf hin, dass die Wahl des Lebensstils, insbesondere der Muskelaufbau, einen großen Unterschied machen kann, selbst wenn Ihre DNA im Vorteil ist.
Das Essen zum Mitnehmen
Diese Forschung ergänzt die wachsende Zahl an Beweisen, die zeigen, dass der Muskelaufbau ein proaktiver Schritt zum Schutz der Stoffwechselgesundheit ist. Als praktischer, messbarer Indikator dient die Griffkraft, die durch Widerstandstraining und funktionelle Bewegungen wie Gewichtheben oder alltägliche Aktivitäten wie das Tragen von Lebensmitteln leicht verbessert werden kann. Unabhängig davon, ob Sie ein bestehendes Risiko bewältigen oder einfach nur eine langfristige Gesundheit anstreben, ist die Priorisierung der Kraft eine der effektivsten verfügbaren Strategien.
