Wenn Sie jemals ein rhythmisches Klopfen oder Rauschen in Ihrem Ohr bemerkt haben, das mit Ihrem Herzschlag synchronisiert ist, leiden Sie möglicherweise unter pulsierendem Tinnitus. Im Gegensatz zum gewöhnlichen Tinnitus (Ohrensausen) ist dieser Zustand anders: Es handelt sich nicht nur um ein Geräusch, sondern um einen Puls. Obwohl der anhaltende, pulsierende Tinnitus oft harmlos und vorübergehend ist, kann er auf ein zugrunde liegendes Gesundheitsproblem hinweisen, das ärztliche Hilfe erfordert.
Was verursacht das Pulsieren?
Das Gefühl entsteht durch einen erhöhten Blutfluss in der Nähe des Ohrs, wodurch normalerweise geräuschlose Gefäße hörbar werden. Mehrere Faktoren können dies auslösen:
- Körperliche Anstrengung: Intensives Training steigert vorübergehend die Durchblutung und verursacht manchmal ein pochendes Gefühl in den Ohren. Dies ist in der Regel harmlos und verschwindet schnell.
- Bluterkrankungen: Anämie oder Schilddrüsenstörungen können die Zusammensetzung des Blutes verändern und zu turbulenten Strömungen führen, die Geräusche verursachen. Stellen Sie sich einen ruhigen Fluss im Gegensatz zu Stromschnellen vor – letztere sind lauter.
- Ohrenprobleme: Flüssigkeitsansammlungen oder Infektionen im Mittelohr können das Pulsieren der Blutgefäße verstärken.
- Herz-Kreislauf-Gesundheit: Hoher Blutdruck oder Arteriosklerose (Plaquebildung in Arterien) drückt das Blut mit größerer Kraft durch die Gefäße und macht sie hörbar.
- Schwangerschaft: Erhöhtes Blutvolumen und hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft können den pulsierenden Tinnitus vorübergehend verschlimmern.
- Schwerwiegende Erkrankungen: In seltenen Fällen ist pulsierender Tinnitus auf intrakranielle Hypertonie (Druck im Gehirn), Tumore (Paragangliome) oder abnormale Blutgefäßbildungen (arteriovenöse Fehlbildungen) zurückzuführen. Diese erfordern eine sofortige Diagnose und Behandlung.
Warum es im Liegen schlimmer wird
Die Position Ihres Kopfes beeinflusst die Durchblutung. Wenn Sie sich hinlegen, insbesondere auf der Seite, verschiebt sich der Sinus sigmoideus (eine Hauptvene hinter dem Ohr), was möglicherweise die Durchblutung erhöht und das Pulsieren deutlicher wahrnehmbar macht. Der Mangel an Außengeräuschen in der Nacht erleichtert auch die Wahrnehmung des inneren Rhythmus.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten
Gelegentliches Pulsieren nach dem Training ist normalerweise kein Grund zur Sorge. Allerdings erfordert ein anhaltender pulsierender Tinnitus eine ärztliche Abklärung. Das Ignorieren kann die Diagnose einer schwerwiegenden Grunderkrankung wie einer AVM verzögern, die, wenn sie nicht erkannt wird, zu Blutungen im Gehirn führen kann.
Suchen Sie für eine gründliche Beurteilung einen Neurotologen (Ohrenarzt) auf. Sie können die Grundursache identifizieren und eine geeignete Behandlung empfehlen. Obwohl die meisten Fälle harmlos sind, ist eine frühzeitige Erkennung von entscheidender Bedeutung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass pulsierender Tinnitus von einer harmlosen Eigenart bis hin zu einem Warnzeichen reichen kann. Wenn das Pulsieren anhält, ignorieren Sie es nicht – suchen Sie professionellen medizinischen Rat, um Ihre Gesundheit und Ihren Seelenfrieden zu gewährleisten.




















